Südliches Malawi Teil 2 – Zomba Plateau

•2013/11/10 • Schreibe einen Kommentar

Weiter ging es nach Zomba, der alten Kolonialhauptstadt, als hier noch die Briten über Nyassaland regierten. Es ist ein etwas in die Jahre gekommenes Kolonialstädtchen, zu Fuße des Zomba-Plateaus gelegen. An vielen Ecken findet man noch die alten Kolonialbauten, die aber leider mehr und mehr verfallen.

Eine günstige Unterkunft fanden wir für zwei Nächte in der Pakachere Backpackers Lodge, wo wir einen Acht-Personen-Dorm alleine für uns und die etlichen Moskitos hatten. Direkt nebenan war der alte Golfplatz mit sehr altem Baumbestand und großartigem Blick auf das Plateau.

Nach einem Spaziergang über den lokalen Markt stellten wir recht schnell fest, dass man in Zomba selbst nicht so viel sehen und machen kann und sind nachmittags dann noch kurzentschlossen die Serpentinen rauf aufs Plateau gefahren. Am Straßenrand kauften wir eine Menge frisch gepflückte Beeren und orientierten uns über die Ausflugmöglichkeiten im wunderschön gelegenen Ku Chawe Inn Sunbird Hotel. Mit der Karte des Plateaus bewaffnet, machten wir uns auf den Weg, die stetig holpriger werdende Schotterpiste auf dem Plateau zu bezwingen. Okay, Schotterpiste trifft es nicht ganz. Eher große, harte Felsen auf noch größeren harten Felsen – und das als Straße.

Wir kamen bis zu den Williams Falls, weiter wollten wir das unserem Fancy 4WD nicht zumuten. Hier konnten wir schön picknicken, die Kinder im Wasser herumtollen lassen und uns entspannen.

Abends waren wir unten in Zomba im Casa Rossa, einem echten italienischen Restaurant, essen. U.a. Krokodilspaghetti. Lecker. Wirklich eine Empfehlung!

Am folgenden Tag sind wir wieder aufs Plateau, weil wir vom Hotel aus die Jeepsafari einmal rund ums Plateau machen wollten. Sollte doch deren Auto kaputt gehen. Nach zwei Stunden Wartezeit, die wir mit Schachspielen, Shopping auf dem Markt vor dem Hotel und Kaffeetrinken verbrachten, ging es los. Erst zu einem natürlichen Stausee, in dem die letzten drei Menschen, die ihn in den letzten Jahren zum Baden benutzten, alle starben und von dem die Malawier jetzt annehmen, dass er verflucht ist, dann zu den schönsten Ausblicken runter nach Zomba bis hin zu einem ganz bösen, geheimnisvollen Loch. Hier wurden früher die Aussätzigen und Nervensägen hineingeworfen. Klar, alle tot und so. Also auch verflucht. Das Loch sei sehr tief – wie tief, kann keiner sagen. Der, der das vor etwa 14, 15 Jahren mal herausfinden wollte, kam mit einem 300 Meter langem Seil und ließ sich herabseilen. Als man das Seil wieder hochzog, war keiner mehr dran. Gewissheit: Voll dolle verflucht!!1!elf! Ein Fall für Terra X!

Insgesamt ist das Zomba Plateau landschaftlich sehr schön, ein Tipp für Wanderer (was wir aufgrund der Kinder eher nicht sind). Bucht am besten eine Jeepsafari, wenn ihr nicht laufen wollt, es sei denn, ihr habt nen Panzer!

Von den sehr großen Felsen durchgeschüttelt und ob der Kombination der Abhänge neben der Straße und dem rasanten Fahrstil des Jeepfahrers doch etwas verängstigt, war es Zeit, den Tag im Ku Chawe Inn mit einem Gin and Tonic Revue passieren zu lassen.

Nach einer weiteren moskitogeplagten Nacht im Pakachere ging es dann am nächsten Morgen Richtung Blantyre. Dazu mehr im nächsten Post.

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Südliches Malawi Teil 1 – Liwonde National Park

•2013/10/14 • Schreibe einen Kommentar

Herbstferien! Zeit für eine kleine Rundfahrt durch das südliche Malawi.

Den Anfang machten wir mit dem Liwonde National Park. Gegen 14 h brachen wir Freitags in Lilongwe auf, um noch einigermaßen im Hellen unsere Unterkunft im Liwonde Safari Camp zu erreichen. Okay, das nächste Mal fahren wir spätestens um eins los.

Das Safari Camp ist eine noch relativ neue, von Holländern geführte Anlage und bietet neben geräumigen Zelten auf Plattformen Unterkunft im Schlafsaal sowie einen Campingplatz. Die Anlagen sind alle sehr einfach, aber sehr gepflegt und gut in Schuss (inkl. heißen Duschen, aber kein Strom). Das Essen, frisch auf dem Holzkohleofen zubereitet, ist für malawische Verhältnisse sehr lecker und beinahe flott serviert. Da das Camp direkt am Rande des Nationalparks gelegen ist, sind Besuche von Elefanten, Warzenschweinen oder Antilopen jeder Art keine Seltenheit. Besonders schön sind die beiden Aussichtsplattformen, von denen man aus sowohl früh am Morgen als auch Abends beim Sonnenuntergang gute Chancen hat, Elefanten zu erblicken. Und nachts wird man durchaus mal von Elefanten geweckt, die den ein oder anderen Baum verspeisen.

Direkt im Camp kann man Bootsfahrten auf dem nahen Shire River sowie Game Drives im Nationalpark buchen (Kostenpunkt je ca. 35 $). Nach der ersten Nacht fuhren wir morgens zum Shire River und machten eine ca. 2 1/2 stündige Bootstour. Der Shire ist ein gewaltiger Strom und ist Heimat von unzähligen Hippos, Krokodilen, Vögeln aller Art sowie Trinkstelle für Elefanten.

Nach dem Mittagessen folgte dann der Game Drive durch den momentan sehr trockenen National Park. Elefanten ließen sich leider erst ganz zum Schluss blicken, dafür sahen wir Herden von Büffeln, Antilopen, Waterbuks, Warzenschweinen, diversen Affen und Perlhühnern. Neben den Tieren ist aber auch die Pflanzenwelt unglaublich schön – miteinander verschlungene Bäume, mehrere Jahrtausende alte Baobabs, weiße Bäume, Palmen, Jacarandas – einfach wunderschön. Wir möchten unbedingt noch einmal den Park besuchen, nachdem die Regenzeit eingesetzt hat. So hatten wir das Gefühl, aufgrund der blattlosen Bäume an einem 35 Grad heißen Wintertag unterwegs gewesen zu sein.

Wir verbrachten noch eine Nacht im Camp und machten uns dann auf den Weg nach Zomba. Dazu mehr im nächsten Post.

Hausbesuch

•2013/08/16 • 6 Kommentare

Da ihr bestimmt neugierig seid, wo und wie wir eigentlich wohnen, gibt es heute einen kleinen Einblick in unser Zuhause für die nächsten drei Jahre.

Lilongwe hat ca. 700.000 Einwohner und ist in Areas aufgeteilt, die gemäß ihrer Entstehung nummeriert sind. Wir leben in Area 43, direkt neben Area 10, im Norden von Lilongwe. Die meisten Expats wohnen hier oben, da es hier vergleichsweise selten zu Einbrüchen etc. kommt und es sehr schöne Häuser gibt. Das GIZ Büro befindet sich ebenfalls in Area 10.

Das A auf der Karte kennzeichnet ein kleines Einkaufszentrum mit Supermarkt, Restaurants, und – ganz wichtig – Geldautomat. Ein Exkurs zu Geld im Allgemeinen und Besonderen in Malawi folgt. In der Nähe dieses Zentrums wohnen wir.

Wie alle Grundstücke hier ist unseres ziemlich riesig (fragt mich nicht nach Quadratmetern). Wir haben einen unglaublich großen Garten, einen separaten Gemüsegarten sowie ein Staff Quarter, das momentan allerdings noch unbewohnbar ist und jahrelang nicht genutzt wurde.

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Als wir das Haus von der Maklerfirma übergeben bekommen haben, waren wir extrem positiv überrascht, wie groß es doch eigentlich ist. Frank hatte das Haus zwar besichtigt, aber hatte verschiedene Räume gar nicht mehr auf dem Schirm. Alles in allem kommen wir auf acht Zimmer (inkl. Gästeflügel) und vier Bäder, zwei begehbare Kleiderschränke und Flure/ Eingangsbereich. Wir schätzen, es hat so um die 350 m² Wohnfläche. O.o Jede Menge Platz für Besucher, kommt vorbei! 🙂

Da wir noch immer auf unseren Container warten, ist das Haus noch ziemlich leer und eher sporadisch eingerichtet. Aber da ist ja hoffentlich bald ein Ende abzusehen.

(Und ja: Kacheln und Lampen sind zum Teil extrem hässlich! Lampen werden wir noch austauschen, wenn der Container da ist, aber bei den Kacheln…)

Wenn ihr Fragen habt, die ihr gerne von uns beantwortet haben möchtet, stellt sie gerne!

 

Wenn ich den See seh’…

•2013/08/11 • Schreibe einen Kommentar

…brauch ich kein Meer mehr. Dieser Gedanke kommt einem in den Sinn, wenn man am Ufer des Lake Malawi steht – man sieht das gegenüberliegende Ufer nicht und kommt sich wirklich vor wie am Meer.

Am Freitag wurde auch in Malawi das Ende des Ramadan gefeiert, sodass das GIZ Country Office kurzerhand Donnerstag und Freitag geschlossen wurde. Den Zwangsurlaub nutzten wir zusammen mit zwei Kollegen, um an den Lake Malawi zu fahren.

Am Donnerstag Morgen starteten wir von Lilongwe in Richtung Nkhata Bay über das Landesinnere. Fasziniert waren wir von den vereinzelten Bergen, dem dichten Pinienwald, den wir so nicht in Malawi erwartet hätten, und den vielen, vielen Leuten, die zum Großteil zu Fuß von einer Siedlung zur anderen unterwegs waren (Städte oder Dörfer kann man das wahrlich nicht nennen). Diese stupide eigenartige Völkerwanderung erinnerte uns arg an „The Walking Dead“ und entlockte Tina den Kommentar „Zum Glück sind das keine Zombies.“  Die Straße war gut ausgebaut, dennoch musste man sich in Acht nehmen, nicht mit Ziegen, Menschen, Schafen, Hühnern, rasenden Minibussen oderTanklastzügen zu kollidieren.

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Nach etwa sechs Stunden (Streckenabschnitt Lilongwe G – Nkhata Bay B) erreichten wir unser erstes Ziel, die Njaya Lodge, wo wir auf unsere Kollegen samt Verwandtschaft trafen. Nkhata Bay wird in unserem Reiseführer als „vermüllt und aufdringlich“ beschrieben; nicht ganz unzutreffend. Die Njaya Lodge liegt aber etwas abseits des Dorfkerns recht idyllisch über dem Lake Malawi über einer hübschen Bucht mit Kiesstrand und ist eine Budget Unterkunft – ganz ok, wenn man günstig unterkommen will, könnte aber etwas gepflegter und sauberer sein. Für unser Familienzimmer haben wir 50 $ die Nacht bezahlt, was völlig in Ordnung ist. Es gibt ein Restaurant, eine Bar, Billard und kostenfreies WIFI.

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Bei Gin Tonic warteten wir zum ersten und nicht zum letzten Mal auf unser Essen. Denn eins muss man in Malawi mitbringen, wenn man essen möchte – Zeit! Viel Zeit. Nehmt euch ein Buch mit. Besser zwei. Und Gesellschaftsspiele. Lernt Sprachen. Oder segelt um die Welt. Macht irgendwas, aber wartet nicht einfach nur aufs Essen. Das dauert.

Immer.

Und ist dann kalt.

Wie auch immer. Am nächsten Morgen (und ja, auch Frühstück kann dauern!) hüpften wir zunächst eine Runde in den glasklaren See, bevor wir ein kleines Boot bestiegen, das uns in die nächste Bucht brachte. Auf dem Weg sahen wir noch Fischadler, der sich genauso wenig zum Jagen animieren ließ wie wir uns zum Hüpfen von 5 m hohen Klippen. Die Kinder hatten jede Menge Spaß im Wasser, machten erste Schnorchelerfahrungen und waren kaum noch herauszubekommen. (Der See ist leider nicht bilharziosefrei, aber in nicht stehendem Gewässer ohne Schilf ist die Gefahr gering, sich anzustecken. Ach, und wenn schon – ein Hoch auf die moderne Medizin!)

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Nach der obligatorischen Warterei aufs Mittagessen verbrachten wir auch den Nachmittag sehr entspannt am Strand und die Kinder beschossen die einheimischen Kinder zu deren Freude mit ihren Wasserpistolen (Völkerverständigung mal anders). Eines kann Malawi sehr gut: einen entschleunigen und sehr schnell entspannen, egal wie groß der Stress vorher war.

Nach einem ruhigen Abend packten wir am nächsten Morgen unsere Sachen und fuhren von Nkhata Bay ins etwa 40 km weiter südlich gelegene Chintheche (C auf der Karte), das vor allem wegen der feinen Sandstrände bekannt ist. Wir parkten am Chintheche Inn (Eintritt für Tagesgäste 500 Kwacha/ Person, wurde aber mit dem Essen verrechnet) und machten es uns am wunderschönen Sandstrand gemütlich. Diesen Strandabschnitt können wir wirklich nur empfehlen – sauber, ruhig, feinsandig und glasklares Wasser ohne blöde Wasserpflanzen. Traumhaft! Zu den Zimmern können wir nichts sagen, aber die zugänglichen Anlagen des angeschlossenen Campingplatzes waren in einem hervorragenden Zustand.

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Wir aßen dort noch gut zu Mittag (lange Wartezeit! Aber warmes (!) Essen) und fuhren dann weiter ins ca. 170 km entfernte Nkhotakota (D), wo wir vorher schon ein Zimmer in der Nkhotakota Safari Lodge reserviert hatten. Diese empfehlenswerte Lodge liegt an einem einsamen Strandabschnitt etwas südlich des Ortes am Ende einer Sandpiste. Saubere, geräumige Zimmer (wir schliefen in einem Deluxe-Chalet, ca. 50 € pro Nacht) direkt am feinen weißen Sandstrand, Sonnenuntergang und herumturnende Affen inklusive. Definitiv ein Ort, den wir nochmal für mehr als eine Nacht besuchen wollen.

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Für den Sonntag morgen hatten wir eine Walking Safari im Nkhotakota Wildlife Reserve gebucht. Wir sammelten unseren Guide direkt in der Lodge ein und fuhren dann mit ihm über Sand- und Geröllpisten an dutzenden „Give me my Kwacha!!!“-schreienden Kindern (Antwort unserer Kinder: NOOOOOO!!) vorbei zur Bua River Lodge, wo wir das Auto abstellten. Mit einem zweiten, diesmal bewaffneten, Guide ging es ab ins Gebüsch und in Richtung Bua River, da er einer der wenigen Flüsse in Malawi ist, der auch während der Trockenzeit nicht austrocknet und Tiere anlockt. Wir waren kaum 10 Minuten gelaufen, da lief uns eine ganze Herde Elefanten vor die Nase. In respektvollem Abstand konnten wir etwa 20 Tiere beobachten, die den Fluss überquerten. Anscheinend haben wir riesiges Glück gehabt, die Elefanten zu sehen – unsere Kollegen in der Woche davor waren etwa 5 Stunden im Busch unterwegs, ohne ein Tier zu Gesicht zu bekommen.

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Um die Elefanten nicht zu stören, liefen wir einen kleinen Umweg zu einer anderen Flussstelle, wo wir direkt mehrere Krokodile beobachten konnten, die in der Sonne lagen. Beeindruckend! Die Guides meinten, mehr Tiere gäbe es auch momentan gar nicht zu sehen, sodass wir den Walk recht schnell abbrachen und zur Safari Lodge zurückfuhren. Läuft man von der Safari Lodge ca. 400 m weiter am Strand entlang, kommt man zur zugehörigen Pottery Lodge, die ebenfalls ein schönes Restaurant direkt am Strand bietet. Das Essen dort fanden wir besser als in der Safari Lodge, also auf jeden Fall beide Restaurants ausprobieren.

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Nach dem Mittagessen traten wir dann den Weg Richtung Lilongwe an, um noch im Hellen nach Hause zu kommen. Ist es tagsüber schon teilweise recht anstrengend, den Zombies Leuten und Lastern auszuweichen, ist es bei fehlender Straßenbeleuchtung im Dunkeln noch um einiges schwieriger und sollte möglichst vermieden werden. Wir machten noch einen kurzen Abstecher in Salima (F), und kamen pünktlich zum Sonnenuntergang wieder in Lilongwe an.

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