Tag 4 – auf See

Nach einem „späten Frühstück“ namens „Mittagessen“ begann der musikalische Teil des Tages für uns in der Mittagssonne mit Alestorm und ihrem bekannt rumpeligen Piratenmetal. Die waren ja schon am Montag spaßig, nur jetzt, der Sänger schon völlig betrunken und aus irgendeinem unbekanntem Grund das Wort „Mist“ lustig findend, war der Auftritt der Schotten einfach nur saukomisch. Auch, weil irgendein Groupie von denen sich mit auf die Bühne begeben hat und Faxen machte.

Wir blieben am Pool, klar, und waren, da wir keine besonders guten „Running-Order-Dabeihaber“ sind, überrascht, dass Grave Digger auf dem Programm standen. Auch gut, hier machte dieser absolut erdige Achtziger-Jahre Metal deutscher Spielart auch echt Laune, vor allem bei ihren Hits „Excalibur“ oder „Rebellion“. Das konnte man von unserem Platz am Jacuzzi bei Cocktails gut mitnehmen.

Aber eigentlich warteten wir auf Therion auf der Poolstage. Da wir deren Sänger Snowy Shaw gestern den ganzen Tag nicht gesehen haben, ergriffen wir jetzt mal gegen unsere Gewohnheiten die Gelegenheit, uns persönlich bei ihm für den Auftritt vom Dienstag zu bedanken und ein kleines Starfoto mit ihm und seinem Sängerkollegen Thomas Vikström zu machen. Die Show in der gleißenden Sonne war keinen Deut schlechter als der Hammerauftritt von vorgestern. Einige Songs kamen neu auf die Setlist, etwa „Sitra Ahra“ oder einige ältere Songs. Für uns war Therion und Nightwish die besten Bands des 70.000 Tons.

Danach ein (zu) kurzer Imbiss bei der jeden Tag zur Verfügung stehenden Pizza, mal schnell geschaut, wie Orphaned Land in der Spectrum Lounge ankamen (sehr gut gefüllter Raum, begeistertes Publikum) und dann festgestellt, dass die Pizzastücken zu wenig waren – also doch noch mal ins Restaurant gesetzt, wissend, dadurch mal wieder Hammerfall zu verpassen. Beim Essen sehr nette Kanadier kennengelernt – das ist eh ein Tipp für euch dort draußen, die nächstes Jahr mit auf die Kreuzfahrt kommen wollen und nicht soo viele Leute kennen: Setzt euch ins Restaurant und der Zufallsgenerator spuckt euch irgendwelche Tischnachbarn aus.

Dann haben wir wegen des starken Windes In Extremo auf der Poolstage gesehen – aber nicht am Pooldeck selbst, sondern in der turmgleich über dem Pooldeck thronenden „Viking Crown Lounge“. Man spürte die Bässe, konnte die Show sehen aber nicht so gut hören. Aber die Songs erkannten wir schon.

Der Höhepunkt des Abends war der überraschend harte Auftritt von Amorphis. Noch nie so ein Brett von denen vor den Latz geknallt bekommen. Der Hingucker bei Amorphis ist ja bekanntlich Sänger Tommi Joutsen, der sein fönartiges Mikro noch um Griffe an der Seite erweitert hat und nun noch grimmiger in selbiges hineingrunzen kann. Die Ausstrahlung von Joutsen liegt mit seinen Tattoos, den Rastas und seiner unbändigen Energie irgendwo zwischen Indianer auf Kriegspfad, Schamane und Kleinkrimineller auf Drogen, jedoch mit Hammerstimme sowohl bei den Grunts als auch beim Klargesang. Der beste Sänger des Festivals, trotz Anwesenheit von Snowy Shaw! Und besser kam das alles noch nie rüber als bei diesem mit harten Songs durchzogenen Set, bei dem teilweise auch Marco von Nightwish mitgesungen hat.

Danach mussten wir unseren Red Bull-Konsum noch mal drastisch in die Höhe fahren und die Zeit beim Karaoke bis zum nächtlichen Auftritt von Edguy vertreiben. Die Darbietungen schlugen wieder dem Fass den Boden aus, so dass wir froh waren, endlich Tobias Sammets Stimme zu hören. Dieser Auftritt war, äh, schon strange. Einige neue Songs, kurze Iron Maiden Zitate („Trooper“), seltsame Witze bei den Ansagen und gute Songs wechselten sich ab und waren ein würdiger Abschied von der Poolstage, auf der es nach wie vor sehr windete. Ein passenderes Beispiel dafür als unser Video „Lavatory Lovemachine“ bei dem Kiss und Scooter und Kirmes mit vermengt werden, konnte ich echt nicht finden.

Bei einem Absacker in der Karaoke-Bar nahmen wir dann Abschied vom besten Festival ever.

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~ von Tina - 2012/01/30.

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